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Der Corona-Effekt in der Küche

15. April 2020

Der Corona-Effekt in der Küche

Die Folgen der Corona Pandemie haben die Küche erreicht. Durch den Lockdown sind Millionen von Menschen in ganz Europa in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, viele sogar ganz an das zu Hause angebunden. Dies hat auch die Aktivität des Kochens beeinflusst und glücklicherweise positiv. „Bleibt zu Hause – esst!“ war auf der Titelseite der NZZaS vom Ostersonntag zu lesen und schon eine Woche vorher schrieb Moritz Kaufmann im Wirtschatsteil derselben Zeitung: „Websites mit Rezepten verzeichnen so viele Zugriffe wie nie, der Handel kommt mit dem Auffüllen der Regale kaum nach: In der Krise lernt das Land wieder kochen.“ Wer genau hinsah, konnte in beiläufigen Zeilen interessante Hinweise entdecken, wie jene über den Journalisten Peter Stamm. Am Ende des Artikels im NZZaS Magazin Nr. 2/20 konnte man lesen: „… nutzt seine Zeit der Quarantäne zu Hause in Winterthur auch dazu, für seine Familie zu kochen.“

Für Kochbegeisterte wie mich ändert die Corona Pandemie in Bezug auf die Kochgewohnheiten nichts. Zusammen mit meiner Frau Anna leben wir den gewohnten Kochrhythmus. Einzig beim Einkaufen sind wir etwas eingeschränkt, aber dank der Hilfe der Nachbarn und dem Angebot der Food-Lieferdienste bekommen wir alles, was wir brauchen. Das einzige, das uns fehlt, sind natürlich die Gäste. Leidenschaftliches Kochen zu Hause macht einfach noch mehr Spass, wenn man zum Essen Gäste empfangen und mit ihnen einen schönen Abend verbringen kann. Schon jetzt freuen wir uns mit Blick auf die Aufhebung der Massnahmen sehr darauf. Inzwischen praktizieren wir dafür noch aufmerksamer, was im Buch „da Massimo“ im Kapitel „Ambiente beim Essen, Coperto, Dekoration und Kleidung“ beschrieben ist, um jedes auch sehr einfache Essen zu einem kleinen Fest zu machen.

Die meisten Menschen haben in dieser ausserordentlichen Lage (wie sie der Bundesrat bezeichnet) mehr Zeit. Deshalb kann man sich an Gerichte wagen, die etwas aufwändiger herzustellen sind. Und weil man keine Gäste empfangen kann, spielt auch das Timing keine grosse Rolle. So kann man sich entspannt beispielsweise dem Herstellen hausgemachter Teigwaren oder eines komplizierten Bratens wie einem Falsu magru widmen. Oder man kann die Zeit investieren, um mit Kindern zu kochen oder zu backen und ihnen dabei die Leidenschaft für diese sinnvollen Aktivitäten vermitteln.

Den absoluten Tiefpunkt der Medienberichte in Bezug auf Essen in diesen Krisenzeiten kam von den Behörden. Unter dem Titel: „Bund gibt Menü-Tipps für Corona-Zeiten“ war folgendes zu lesen:

„Der Bund hat Ernährungs­tipps für die wegen der Coronavirus-Pandemie daheim festsitzenden Menschen veröffentlicht. Die Beamten schlagen drei Mahlzeiten sowie fünf Portionen Früchte und Gemüse am Tag vor, den Verzicht auf Fertigpro­duk­te und am Tisch zu essen. Die Experten geben für eine gesunde Ernährung auch konkrete Menü­tipps ab: Eine ausgewogene Mahlzeit könne beispielsweise aus einer Karotte, einem Stück Gurke, Voll­korn­nudeln und zwei mit Reibkäse bestreuten Spiegeleiern sowie einer Frucht zum Dessert bestehen, heisst es in den offiziellen Empfehlungen.“

Ich hoffe sehr, dass es sich dabei um Fake News handelt!

Wie dem auch sei: Nutzen wir die positiven Seiten der Krise, nutzen wir sie für leidenschaftliches Kochen zu Hause!

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