Essen bei Freunden

6. August 2021

Essen bie Freunden

Menschen zu treffen, mit denen man sich verbunden fühlt, mit ihnen zu plaudern, zu feiern zu lachen, einen fröhlichen Abend zu verbringen und zu essen, ist ein Ausdruck von Lebensfreude. Meine Frau Anna und ich geniessen beides, wenn wir Freunde einladen oder zu Freunden eingeladen werden. Auch wenn man sich schon viele Jahre kennt und unzählige Gespräche und Diskussionen geführt hat, ist es immer wieder von neuem spannend, miteinander Zeit zu verbringen.

Neben den sozialen Aspekten solcher Treffen ist es auch interessant, die Kochvorzüge der Freunde zu erleben. Sie alle haben ihre eigene Art des Kochens entwickelt, welche oft anders ist als die eigene. Das ist gut so, denn wie langweilig wäre es, wenn alle dieselben Dinge und dann erst noch auf dieselbe Art kochen würden! In meinem Buch „DA MASSIMO“ rate ich Hobbyköchen deshalb, ihre eigene bevorzugte Küche zu finden und sich einen individuellen Kochstil anzueignen. Wir brauchen einander nicht zu kopieren und schon gar nicht übertreffen zu wollen.

Unsere Freundin Regula ist eine ausgezeichnete Köchin. Sie liebt asiatisches Essen und kocht dieses so phantastisch, dass man sich nach Thailand oder Kambodscha versetzt fühlt. Andere unserer Freunde bevorzugen die Schweizer Küche mit ihren vorwiegend urchigen Gerichten, wie zum Beispiel Gschwelti mit Chäs, Rösti, Berner Platte, Älplermakronen, Zürcher Geschnetzeltes oder eine einfache Fruchtwähe. Kürzlich kamen wir in den Genuss eines schweizerischen Essens als wir bei Annas Bruder und seiner Frau Elisabeth waren. Sie servierten uns einen piatto unico svizzero mit einem fein gegarten Hohrückensteak, Reis und Gemüse.

Im Sommer ist bei den meistern Schweizern Grillieren angesagt mit Fleisch, Würsten, Gemüse und Fisch. Für mich, der in St. Gallen aufgewachsen ist, gibt es beim Grillen natürlich nichts Besseres als eine echte St. Galler Bratwurst. Wenn wir schon bei Würsten sind, dann muss man auch die bayrischen Weisswürstchen erwähnen, die man zur Überraschung vieler auch grillen kann, eine Delikatesse aus unserem nördlichen Nachbarland!

Die verschiedenen Kochstile wie z.B. der schweizerische, französische, italienische, asiatische, mediterrane oder amerikanische sind Ausdruck kultureller Vielfalt. Und sie haben nicht nur ihren besonderen Reiz, sondern sind auch eine grosse Bereicherung. Diese Bereicherung hat zum sogenannten „cross culturel cooking“ geführt, indem man zwischen den verschiedenen Stilen wechselt oder sie sogar mischt. Etwas, das in den meisten Haushalten praktiziert wird, oft ohne sich dessen bewusst zu sein.. Dies garantiert Abwechslung, verlangt aber auch eine besondere Flexibilität beim Kochen. Egal welchen Stil man sich aneignet, wichtig ist, sich treu zu bleiben in dem, was man kocht und vor allem es mit Leidenschaft zu tun!

Wer bei Freunden isst, kann mit dem Gastgeber abmachen, einen Teil des Menüs mitzubringen und es dort zuzubereiten. So haben wir in fremden Küchen schon risotto, fettuccine alfredo oder linguine con gamberi allo zafferano gekocht. Es macht Spass, sich so am Menü zu beteiligen. Allerdings braucht es dazu viel Flexibilität und Toleranz, besonders von Seiten des Gastgebers, und verständlicherweise sind nicht alle vom Gedanken begeistert, andere in ihre Küche zu lassen.

Für diese Form des gemeinsamen Kochens eignet sich ein Fondue Plausch ab sechs Personen besonders gut. Man macht ab, dass zwei Gäste ihre besondere Käsemischung, die notwendigen Zutaten (z.B. für ein Morchel Fondue, ein Appenzeller Fondue usw.) und ihr eigenes Caquelon mitbringen. Dann werden die Fondues zubereitet und serviert. Während des Essens tauscht man die Caquelons aus, so dass jeder in den Genuss der verschiedenen Fondues kommt. Bei acht Gästen können schon drei verschiedene Arten serviert werden, bei zehn Personen sogar vier.

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